Certo-Kamera-Werk


Das Certo-Kamerawerk wurde 1902 in Johannstadt von Alfred Lippert und Karl Peppel als Werkstatt zur Herstellung photographischer Apparate gegründet. Schon 1905 wurde das Werk aus Platzgründen nach Großzschachwitz verlegt und später in Certo Fabrik photographischer  Apparate und Bedarfsartikel GmbH umbenannt.
1906 Alfred Lippert wurde zum Alleininhaber, was zu der erneuten Änderung des Names in Fabrik photografischer Apparate Alfred Lipper führte. Als Warenzeichen führte er das Wort „Certo“ ein. 
Der Firmenname ist vom lateinischen Wort “certus” = sicher, zuverlässig abgeleitet und sollte den hohen Qualitätsanspruch des jungen Unternehmens verdeutlichen. 
Im gleichen Jahr stellte Alfred Lippert ein völlig neues Produkt vor, eine Damenkamera. Das Gehäuse glich einer kleinen Handtasche und war mit Krokodilleder überzogen. Es war eine kleine Plattenkamera.
1917 übernahm der Kaufmann Emil Paul Zimmermann das Werk und war für die Entwicklung der Certonett verantwortlich. Obwohl Certo zu den kleineren Kameraherstellern gehörte, erlaubte der Erfolg in den Jahren 1928 bis 1929 einen Neubau für die ca. 150 Angestellten und der Beginn einer Großserienfertigung. 
1935 produzierte das Werk die Kleinbildkamera „Dollina“. Im selben Jahr begann man auch mit der Fertigung des Vergrößerungsapparates Certus. 1937 verstarb der Firmeninhaber Emil Paul Zimmermann. Sein Enkel Eckart v. der Gönna, übernahm den Betrieb. Dieser war jedoch noch nicht volljährig, weshalb Fritz v. d. Gönna (sein Schwiegersohn) die Geschäftsführung übernahm. 1938 kam die „Super Dollina“ auf den Markt. Sie war in Technik und Eleganz um Längen besser als die „Dollina“.
Bis zur Umstellung auf eine Krieg-Produktion wurden hier neben Zulieferartikeln für andere Dresdner Hersteller die Kameras der Marken “Certo” und “Dollina” hergestellt.
Trotz der verheerenden Bombenangriffe im Februar 1945 auf Dresden und Umgebung überstand das Werk den Zweiten Weltkrieg unzerstört und konnte trotz russischer Demontage im Jahre 1946 die Produktion wieder aufnehmen. Werksingenieur Erhard Hempel konstruierte 1948 eine neue Kleinbild-Klappkamera und entwickelte bestehende Modellreihen weiter. Diese wurden sowohl für den Inlands- wie auch für den ausländischen Markt gefertigt. 
 
1953 wurde die Cetro-Kamera-Werke GmbH in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt mit der neuen Namen Certo-Kamerawerk von der Gönna & Söhne“. Fünf Jahre später starb Fritz von der Gönna, wonach seine Söhne Armin und Eckart die Leitung übernahmen. 1959 beteiligte sich der Staat mit 30 %, was dem Betrieb noch genügend Entscheidungsspielraum ließ. Ab April 1972 waren dann die Cetro-Kamera-Werke Volkseigentum, was wieder einen neuen Firmennamen hervorrief: VEB Certo-Kamerawerk Dresden. Betriebsleiter wurde dann Armin v. d. Gönna. Ab Januar 1980 gehörte der Betrieb zum Kombinat VEB Pentacon, war aber immer noch juristisch selbstständig. In den 70er-Jahren begann die Produktion von Kameras mit dem SL-Kassetten-System.
Die Certo-Kameras wurden bis Dezember 1982 produziert, aber danach wurde es nur zu einem Zuliefererbetrieb für den VEB Pentacon. 
Durch die Zuordnung 1985 von Pentacon zum Zeiss-Kombinat bedeutete das endgültige "Aus " des Traditionsunternehmens Certo-Kamera-Werk. 
Das Werk war dann lediglich ein Fertigungsbereich vom VEB Pentacon.

Certo-phot

1958



Certina

1965

 



Certo SL100

1964

 



Certo SL110

1973